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NOK-Route

NOK-Route

August 2025

Tag 1

Tag 2

Tag 3

Tag 4

Die Nord-Ostseekanal Route


Die Nord-Ostseekanal Route war unsere zweite Mehrtagestour im Jahr 2025.

Während die offizielle Route 325 km lang ist und stark um den Nord-Ostseekanal mäandert, waren wir hauptsächlich daran interessiert entspannt den Kanal entlang zu fahren und Schiffen zuzugucken. Insgesamt sind wir auf unserer Tour bis Kiel 192 km gefahren. Hier unser gpx-Track zum Herunterladen: NOK-Route.

Unsere Etappen:

Tag 1: von Elmshorn nach Glückstadt (27 km)
auf dem Weg nach Glückstadt

Richtung Glückstadt

Vom Bahnhof Elmshorn schoben wir unsere Räder zunächst durch die Innenstadt und schauten und ein wenig um. Aus Elmshorn hinaus folgten wir zunächst der Bundesstraße Richtung Glückstadt, ehe wir seitlich abbogen und über Feldwege und Nebenstraßen an der Krückau entlang Richtung Elbe fuhren.

In Kronsnest statten wir kurz der Fähre über die Krückau einen Besuch ab. Diese ist aber nur an Wochenenden zwischen Mai und Oktober in Betrieb, so dass wir, wie geplant, ohne Querung der Krückau weiterfuhren. Unser Weg führte weiter zur Mündung der Krückau in die Elbe, wo wir uns kurz das Sperrwerk ansahen.

Auf dem Elbe-Radweg ging es anschließend Richtung Glückstadt. Der Weg verläuft hier meist vor dem Deich und man hat zeitweise einen schönen Blick auf die Elbe. Man muss sich allerdings die Strecke mit vielen Schafen teile, was immer wieder ein etwas umständliches Passieren diverser Gatter erfordert.

Trotz eines kräftigen Gegenwindes erreichten wir so unser Ziel: die direkt am Hafen gelegene Jugendherberge in Glückstadt.

Tag 2: von Glückstadt nach Albersdorf (62 km)

Von der Jugendherberge Glückstadt ging es am nächsten Morgen wieder zurück auf den Elbe-Radweg. Noch in Glückstadt trifft man auf die B 495, die zum Fähranleger Glückstadt-Wischhafen führt. Als wir dort vorbeikamen, stauten sich die Autos bereits mehrere hundert Meter zurück.

Unser Ziel war aber nicht die andere Elbseite, sondern der Nord- Ostseekanal und so erreichten wir bei mäßigem Wetter und weiterhin kräftigem Gegenwind zunächst das Sperrwerk der Stör , danach ging es weiter elbabwärts an Sankt Margarethen vorbei - wo wir auf weiter Flur auf eine einsame Radreparaturstation trafen. Nachdem auch das Kernkraftwerk Brunsbüttel passiert war, setzten wir mit der Kanalfähre Brunsbüttel das erste Mal über den Kanal.

Die Überfahrt ist, wie übrigens bei allen Fähren auf dem Nord-Ostseekanal kostenlos - eine Regelung die seit Bau des Kanals besteht. In Brunsbüttel suchten wir uns ein Café und gingen so einem kräftigen Schauer aus dem Weg. Danach folgten wir zunächst einer Ausfahrtstraße aus Brunsbüttel heraus, bevor wir bei der Zufahrt zur Fähre Ostermoor direkt an den Kanal kamen und das erste größere Schiffe sahen.

Ab hier fuhren wir auf dem Kanalseitenweg bis zur Fähre Kudensee. Direkt nach dem Übersetzen erreichten wir die erste Sperrung des Betriebsweges, für die es aber eine ausgeschilderte Umleitung gab.

Da wir uns vorgenommen hatten möglichst viele Fähren zu nutzen, brachte uns die Kanalfähre Burg anschließend wieder auf die Nordseite. Wir fuhren weiter den Kanal entlang und wechselten auch bei den Fähren Hochdonn und Hohenhörn die Seiten, bis wir kurz vor der Grünentaler Hochbrücke den Kanal verließen und, nach einigen kleineren Steigungen, unsere Unterkunft in Albersdorf erreichten.

Tag 3: von Albersdorf nach Rendsburg (44 km)
Hinweisschild am Kanal

Umleitung wegen Kanalsperrung

Nach dem wir in Albersdorf unseren Proviant aufgefüllt hatten, ging es bei Sonnenschein zurück an den Nord-Ostseekanal . Bei der Fähre Fischerhütte fanden wir das nächste Schild, das auf die Sperrung des Kanalseitenwegs hinwies. Diesem Hinweis folgend setzten wir mit der Fähre auf die Südseite über, nur um auf ein weiteres Schild zu treffen.

In diesem Abschnitt schienen beide Seiten des Kanalseitenwegs gesperrt zu sein. Die ausgeschilderte Umleitung hätte uns auf der originalen NOK-Route weit ab vom Kanal zunächst nach Hanerau-Hademarschen geführt – und wir wollten doch am Kanal bleiben. Da wir jedoch von dem (laut Schild) gesperrten Weg Radfahrer kommen sahen, sprachen wir Anwohner an, die uns bestätigten dass man „da schon durchkommt“.

Wir setzten deshalb wieder auf die Nordseite des Kanals über und fuhren weiter. Schon nach kurzer Zeit trafen wir dann auf die angekündigte Sperrung . Ein paar Meter vor der Absperrung fand sich aber ein Trampelpfad . Diesem Pfad folgend, erreichten wir problemlos die andere Seite der Absperrung . Weiter ging es auf dem eigentlich gesperrten Weg, auf dem keinerlei Bauarbeiten zu erkennen waren, und anschließend erneut auf einem Pfad durch die Vegetation und zurück auf den nun wieder freigegebenen Weg.

Die Tatsache, dass sich an den Absperrungen mittlerweile gut ausgetretene Trampelpfade fanden, deutet darauf hin, dass die Sperrung schon längere Zeit besteht und die angekündigten Bauarbeiten noch nicht begonnen haben oder schon seit längerem abgeschlossen sind.

Nach dieser etwas verwirrenden Episode wurden wir dann mit der Vorbeifahrt eines der beiden angekündigten Kreuzfahrtschiffe belohnt. Im Internet finden sich mehreren Seiten (Links gibt es unter Tipps zum NOK), auf denen man die genauen Termine nachschauen kann.

Wir fuhren weiter und passierten die Gieselaukanal-Schleuse mit ihrer sehenswerten Klappbrücke . Kurz danach setzten wir an der Fähre Oldenbüttel wieder auf die Südseite über und umfuhren anschließend eine weiter Wegsperrung, diesmal der Ausschilderung folgend.

Zurück am Kanal schauten wir an einer der Ausweichstellen dem Treffen gleich mehrerer großen Frachter zu. Wir näherten uns unserem Tagesziel Rendsburg, das sich schon durch die längste Sitzbank der Welt und den Blick auf die Hochbrücke ankündigte. In Rendsburg angekommen, haben wir uns zunächst den Fußgängertunnel angeschaut und bei der Gelegenheit auf der anderen Seite ein empfehlenswertes Eiscafé entdeckt.

Den ursprünglichen Gedanken, den Kanal mit den Räder durch den Tunnel zu queren, um dann mit der Schwebefähre zurück nach Rendsburg zu fahren, konnten wir aufgrund der defekten Schwebefähre nicht umsetzen. Wir blieben deshalb auf der nördlichen Seite und fuhren diesseits zur Hochbrücke und der Schwebefähre. Obwohl die Fähre nicht in Betrieb war, tummelten sich hier zahlreiche Touristen und Schaulustige, die einen Blick auf Brücke und Fähre in einem der Cafés vor Ort genießen wollten. Nach diesem touristischen Highlight fuhren wir zu unserem Hotel in der Stadt.

Tag 4: von Rendsburg nach Kiel (59 km)

Am nächsten Morgen, einem Sonntag, fuhren wir zunächst durch die Rendsburger Innenstadt und konnten bei einem Bäcker noch etwas Verpflegung für den Tag kaufen. Die Tour führte uns die B 203 entlang und damit am Gelände der NordArt vorbei.

Kreuzfahrtschiff Amadea

Kreuzfahrtschiff Amadea

Die weitere Strecke verlief vorbei am Borgstedter See , einem Naherholungsgebiet mit einladenden Rastplätzen , zu der derzeit im Umbau befindlichen Rader Hochbrücke . Wir erreichten den Nord-Ostseekanal gerade rechtzeitig um das zweite, für diese Woche angekündigte, Kreuzfahrtschiff zu treffen. Auf der Seite vesselfinder.de kann man online verfolgen wo sich das ausgewählte Schiff grade befindet.

Der weitere Weg führte uns dann über mehrere zuvor bereits eingeplante Umleitungen , die jedoch nur eine mäßige Wegequalität aufwiesen. Nach der letzten Umleitung über Großkönigsförde und Schinkel erreichten wir wieder den Kanal und setzten mit der Fähre Landwehr auf die Südseite des Kanals über. Dem Kanal folgend erreichten wir die Levesauer Hochbrücke bei deren Überquerung man einen schönen Blick auf den Kanal hat.

Beim Versuch, am Fuß der Brücke wieder an den Kanal zu gelangen, trafen wir auf eine weitere Sperrung , diesmal ohne jede Umleitungsempfehlung. Ein Schild wies lediglich auf einen Buspendelverkehr auf die andere Kanalseite (von der wir gerade kamen) hin, die allerdings nur wochentags fuhren.

Dank Navi und Internet fanden wir aber eine Umleitungsstrecke, die jedoch aufgrund einer Bundesstraße, einer Eisenbahnstrecke und eines alten Kanals recht weitschweifig war und uns kurz vor Holtenau an den Kanal zurückführte. Hier fuhren wir an der Schleuseninsel vorbei bis zu unserem Zielort, dem Leuchtturm Kiel Holtenau .

An diesem Sonntag war hier einiges los. Wir fanden trotzdem noch einen Platz in einem Café mit Blick auf die Kieler Förde . Danach fuhren wir ein kurzes Stück zurück zum Kanal und setzten diesmal mit einer kleinen Personenfähre auf die Südseite des Kanals über. Der restliche Weg führte uns an der Förde entlang auf einem gut ausgebautem Radweg bis in die Innenstadt und zur Jugendherberge.

Tag 5: Bonus-Tour von Kiel nach Neumünster (32 km)

Eigentlich hatten wir geplant im Laufe des Vormittags mit der Bahn von Kiel zurück nach Hannover zu fahren. Leider gab es zwischen Neumünster und Kiel eine Störung, die dazu führte, dass Kiel aus Richtung Hamburg nicht mehr angefahren werden konnte. Der Versuch über Rendsburg nach Hamburg zu kommen scheiterte ebenfalls. Die ab Rendsburg fahrenden Züge wären normalerweise aus Hamburg über Kiel nach Rendsburg gekommen.

Die wenigen Züge, die ab Rendsburg fuhren, waren hoffnungslos überfüllt und Fahrräder wurden nicht mitgenommen. Zurück in Kiel erreichte uns die Information, dass die Reparatur der Strecke wohl noch bis zum Abend dauern würde. Es gab zwar einen Ersatzverkehr nach Neumünster, die Busse konnten aber ebenfalls keine Fahrräder mitnehmen. Nach etwas Planung an Handy und Navi entschlossen wir uns, eine weiter 32 Kilometer lange Bonusetappe von Kiel nach Neumünster anzuhängen.

Die möglichst direkt geplante Strecke führte entlang der Hauptverbindungsstraße zwischen Kiel und Neumünster. Glücklicherweise verlief neben der Straße ein ordentlich ausgebauter Radweg, so dass wir nach ca. zwei Stunden am Bahnhof Neumünster ankamen und von dort aus unsere Fahrt mit der Bahn nach Hannover antreten konnten. Es zeigte sich mal wieder, dass bei Störungen im Bahnbetrieb von Reisende mit Fahrrädern eigene Kreativität gefordert ist.

Fazit:

Unsere Tour am Nord- Ostseekanal wich bewusst stark von der offiziellen Nord-Ostseekanal Route ab. Wir wollten im Wesentlichen den Kanal entlangfahren und die vorbeiziehenden Schiffe betrachten. Dieses Ziel haben wir mit dieser nahezu steigungslosen viertägigen Tour gut erreicht. Wer Schiffe mag und keine Berge braucht um glücklich zu sein, dem können wir die Tour am Kanal wärmstens empfehlen.

Tipps für eine Tour am Nord-Ostseekanal:
  • Der Wind am Nord-Ostseekanal kommt überwiegend aus dem Westen. Es ist deshalb eine gute Idee mit dem Wind im Rücken von Brunsbüttel Richtung Kiel zu fahren.
  • Das Nordufer ist fast durchgehend die sonnigere Seite des Kanals, so dass man, je nach Wetterlage und Temperatur, die passende Seite auswählen kann.
  • Nord-Ostseekanal

    Blick auf den Nord-Ostseekanal

  • Der Nord-Ostseekanal verläuft, wie fast alle Kanäle, abseits größerer Ortschaften, so dass sich die Versorgung auf wenige Biergärten und Cafés beschränkt. Man sollte deshalb rechtzeitig an Proviant zu denken.
  • Informationen dazu, wann welche Schiffe den Kanal passieren, haben wir auf den Internetseiten www.traumschiffe-im-kanal.de und www.vesselfinder.com gefunden.
  • Die Wegequalität der Kanalseitenwege ist fast durchgehend gut. Auf den fahrspurbefestigten Wegen ließ es sich recht gut fahren. Für zweispurige Anhänger ist der Weg aber weniger geeignet. Auf den Umleitungsstrecken ist die Qualität der Wege nur schwer abzuschätzen.
  • Sperrungen wegen Bauarbeiten werden auch in den nächsten Jahren zu erwarten sein. Bei der Vorbereitung der Tour hatten wir uns vor allem auf der Internetseite der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung informiert. Die dort zu findenden Informationen schienen uns aber weder durchgehend aktuell, noch eindeutig. Besonders die Angabe der Lage in Kanalkilometern half uns in der Realität nicht weiter.
  • Vorhandene Umleitungsempfehlungen beziehen sich auf die offizielle NOK-Route, welche über weite Strecken fernab des Kanals in Schleifen verläuft. Da diese zum Teil sogar in Gegenrichtung verlaufen, ist es nicht immer einfach zu entscheiden, ob eine offizielle Umleitungsempfehlung den eigenen Zielen entspricht.
Infos zum Elbe-Radweg

Wir haben auf unserer Tour am Nord-Ostseekanal bei der Anfahrt von Elmshorn einige Informationen gewonnen, die die nördliche Seite des Elberadweg ab Hamburg betreffen.

Wir sind 2019 den Elbe-Radweg gefahren Wir waren 2019 von Hamburg aus auf der Nordseite bis Wedel gefahren, um dann per Schnellfähre nach Stade überzusetzen.

Entschließt man sich ab Wedel auf der Nordseite der Elbe zu bleiben, trifft man unweigerlich auf die Sperrwerke von Pinnau und Krückau. Beide Sperrwerke sind für Fußgänger und Radfahrer nur während der Öffnungszeiten passierbar. Diese sind jedoch recht eingeschränkt. Sollte man die Öffnungszeiten verpassen, ist es erforderlich den Flüssen zunächst landeinwärts zu folgen, um sie an der nächsten Brücke zu überqueren. Bei der Pinnau ist hierfür ein Umweg von 9 km, bei der Krückau bis Elmshorn sogar ein Weg von 25 km notwendig. Falls man nicht beabsichtigt ohnehin durch Elmshorn zu fahren, sollte man sich also die Öffnungszeiten der Sperrwerke sehr genau anschauen.

Hat man die Krückau gequert, ist der Weg frei bis ins sehenswerte Glückstadt. Kurz hinter Glückstadt trifft man dann auf die B 495 welche zum Fähranleger Glückstadt/Wischhafen führt. Diese Fähre ist derzeit die letzte reguläre Möglichkeit für eine Elbquerung vor der Mündung in die Nordsee.

Auch wenn es für Autos hier regelmäßig zu langen Wartezeiten kommt, sollte dies mit Fahrrädern kein Problem darstellen. Das Ende des Radweges und damit Cuxhaven erreicht man nur auf der linken Elbseite. Wer noch länger auf der nördlichen Elbseite bleiben will, hat derzeit (Stand 2025) noch die Möglichkeit mit der Helgoline ab Brunsbüttel direkt nach Cuxhaven zu fahren.