Wien

Wien

Mai 2023

Tour 1

Mit den Falträdern in Wien

Touren in und um Wien

Mit dem Nachtzug nach Wien
Falträder auf dem Bahnsteig

Falträder auf dem Bahnsteig

Unser erster Kurztrip mit den Falträdern sollte uns nach Wien führen. Eine gute Freundin aus Studienzeiten lebt dort und diese wollten wir nach längerer Zeit mal wieder besuchen. Für die Hin- und Rückreise hatten wir uns den Nachtzug der ÖBB ausgesucht, mit dem wir am Freitagabend in Hannover starten und am Samstagmorgen in Wien ankommen sollten. Nach einem Wochenende mit unserer Freundin wollten wir dann am Montag noch Wien mit den Rädern erkunden und dann am Montagabend wieder in den Nachtzug zurück nach Hannover steigen.

So standen wir mit jeweils einem Rucksack auf dem Rücken und dem gefalteten Rad in der Hand am Bahnhof und waren bereit den Nachtzug zu erklimmen. Wobei der Begriff „erklimmen“ wörtlich zu nehmen ist, da unser Zug schmale Türen und mehrere Stufen vorzuweisen hatte. Zunächst erwartet der Schaffner von uns auch noch Fahrradkarten, was sich aber erledigte nachdem wir ihm erklärt hatten, dass es sich bei den Falträdern um Gepäckstücke handelte.

So hatten wir es in vertretbarer Zeit zumindest in den Zug geschafft. An unserem Liegewagenabteil (mit 6er Belegung) angekommen, mussten wir feststellen, dass dort zwar sechs Personen liegen können, diese aber möglichst kein größeres Gepäck dabei haben sollten. Eine mitreisende Frau, die mit ihrer Tochter unterwegs war, hatte einen Rollkoffer dabei, der unsere Falträder an Größe bei weitem übertraf. Weder der Koffer noch unsere Räder passten unter die Sitze oder in die Gepäckablage (über dem Eingang).

Unser Vorschlag die Räder im Gang mit Gurten zu sichern und dort stehen zu lassen wurde aus Sicherheitsgründen (Fluchtweg!) vom Schaffner abgeschmettert. Nach einigem Hin und Her entschied der Zugchef, dass unsere Räder im Fahrradabteil im nächsten Wagen unterkommen sollten. In diesem Fahrradabteil hing bereits die maximale Anzahl an Fahrräder (vermutlich mit gültiger Fahrradkarte) an Haken von der Decke. Mit etwas Geschick gelang es uns aber unsere gefalteten Räder in einer Ecke am Boden unterzubringen, ohne die Sicherheit des Zuges zu gefährden.

Nachdem wir und die anderen Mitreisenden uns in unsere Liegekojen einsortiert hatten (wir lagen ganz oben), wurden noch die verbliebenen Koffer und Taschen in der Mitte des Abteils untergebracht und wir konnten dem Ziel entgegen schlafen. Der Ausstieg in Wien vollzog sich dann in umgekehrter Weise.

Weil wir eine Station vor dem Hauptbahnhof ausstiegen, kamen wir den anderen Radfahrern auch nicht in den Weg. In Wien angekommen radelten wir zu unserem zuvor vereinbarten Treffpunkt und starten den Samstag in Wien mit unserer Freundin bei eine gemütlichen Frühstück.

Bei der Rückfahrt am Montagabend waren wir auf die Reise im Nachtzug deutlich besser vorbereitet. Wir stiegen gleich beim Fahrradabteil ein, deponierten unser Faltradgepäck wieder in der Ecke des Radabteils und suchten dann unser Liegewagenabteil auf.

Mit den Falträdern durch Wien (ca. 33km)

Am Montagmorgen erkundeten wir Wien mit unseren Falträdern. Von der Jugendherberge aus fuhren wir zunächst in Richtung Ringstraße, wo unsere eigentliche Tour dann an den Museen startete. Diese führte uns zunächst die Ringstraße gegen den Uhrzeiger entlang. In Österreichs Hauptstadt hat man sich offensichtlich für Grün als bevorzugte Radwegfarbe entschieden. An diversen Kreuzungen war gut zu sehen, dass man sich auch in Wien mittlerweile Gedanken über den Radverkehr macht.

Weiter ging es die Ringstraße auf großzügigen Wegen entlang. Bei einem kurzen Abstecher in den Stadtpark konnten wir uns ein Bild mit dem Johann Strauss Denkmal natürlich nicht entgehen lassen. Hinter dem Stadtpark ging es dann über den Wienfluss und ein kurzes Stück an diesem entlang . Danach ging es nach Osten, weiterhin vorwiegend auf passablen Radwegen . Nach der Überquerung des Donaukanals führte uns der Weg Richtung Prater und einen großen Teil der Prater Hauptallee entlang, um dann parallel zur A23 die Donau zu überqueren.

Um Radfahrern die Fahrt zur Donauinsel zu ermöglichen, hat man einiges investiert. So führt der unter der Brücke angebrachte Radweg über die Donau und anschließend schraubt man sich über eine gewaltige Spirale abwärts auf das Niveau der Insel. Die Donauinsel ist für den normalen Autoverkehr gesperrt und dient als Naherholungsgebiet. Sie ist von zahlreichen Fuß- und Radwegen überzogen und wir radelten diese Richtung Norden bis das Ende des asphaltierten Weges uns umkehren ließ.

Wir fuhren zurück bis zur Reichsbrücke und zurück über die Donau. An dieser Stelle hatte man einen guten Blick auf die Menge an Flusskreuzfahrtschiffen , die in Wien anlegen. Weiter ging es bis zum Wiener Praterstern und nach einer zweiten Querung des Donaukanals gelangten wir wieder an die Ringstraße. Weiterhin gegen die Uhrzeigerichtung ging es vorbei an Rathaus und Parlament bis wir mit dem Burgtheater wieder am Ausgangspunkt unserer Tour ankamen.

Die etwas mehr als 30 Kilometer lange Tour ließ sich mit den Falträdern gut bewältigen und brachte uns neben den Sehenswürdigkeiten auch einen Blick auf die Fahrrad-Infrastruktur Wiens. Auf der gewählten Strecke gab es viele gut ausgebaute Radwege. Das sich die Verkehrsführung trotzdem nicht immer auf den ersten Blick erschloss, lag daher wohl eher an uns, als an den Wegen.

Fazit:
Radweg in Wien

Radweg in Wien

Unser Ausflug nach Wien war gleich in mehrerer Hinsicht ein kleines Abenteuer: Wir hatten vorher den Nachtzug noch nicht genutzt und wurden so von den beengten Verhältnissen in den Liegewagen überrascht. Die Probleme, die es mit der Unterbringung unserer Räder gab, lagen aber nicht an der Größe der gefalteten Räder. Vielmehr ist eigentlich für jede Person nur Platz für ein kleines Gepäckstück, das mit auf die Liege genommen werden kann, eingeplant.

Wir hatten mit Gepäckabstellflächen gerechnet, wie sie sich etwa in ICEs der DB üblich sind. Unter diesen Bedingungen war die Idee die Falträder im Nachtzug mit zu nehmen nicht die Beste. Unsere Freundin, die mehr Erfahrungen mit dem Nachtzug hat, hat uns verraten, dass sie den Nachtzug aufgrund der Platzverhältnisse nur nutzt, wenn sie in einem Abteil mit 4er Belegung buchen kann. So ist die Lage im Abteil selbst etwas entspannter – unsere Falträder hätten aber trotzdem nicht in die Abteile gepasst.

Andererseits war die Fahrt ja auch als Test-Reise geplant und die Tour mit den Falträdern durch Wien und über die Donauinsel hat uns für diese Probleme voll entschädigt. Letztlich konnten wir die Fahrt wie geplant und uneingeschränkt durchführen.